Wie mich Instagram zum Konsum auffordert

Wie mich Instagram zum Konsum auffordert

Ich möchte dir von einem meiner Steine auf dem Weg zum Minimalismus und bewussten Konsum erzählen. Und zwar geht es geht um das gute alte Instagram

Instagram ist mittlerweile von einer sharing Plattform zu einem Katalog für alle Lebensbereiche geworden, in dem Werbung und Inspiration extra für dich zusammen gestellt wird.

Und weißt du was das Beste ist?

Du musst nicht mal gezielt danach suchen, denn Instagram weiß was dir gefällt und schlägt dir gerne täglich neue Shops und Artikel vor, für die du dich gerade scheinbar interessierst. Toll oder?

-Doof wird’s nur, wenn man nicht mehr drum herum kommt.

Sale, NEU, Rabatt, „Nimm 3 zahl´ 2“!, nur noch heute…

Solche Worte lassen wahrscheinlich nicht nur mich aufhorchen und kurz inne halten.

Ich schaue die Werbung an und überlege wie ich das Produkt finde, dabei hatte ich vorher keinen Gedanken daran verloren oder besonderes Interesse gehabt.

„Mh, irgendwie ist es ja schon praktisch sowas zu besitzen und wenn es jetzt schon mal im Angebot ist kann ich j….“ STOPP!

„Nein, ich habe alles und wenn ich was neues brauche sollte, suche ich gezielt danach.“

-Herzlich willkommen auf einer meiner gedanklichen Showbühnen.

Wenn ich auf Instagram unterwegs bin, mir ein bisschen Zeit vertreibe und durch meinen Feed scrolle, ist das einer meiner typischen Gedankengänge.

Wenn ich es genau nehme, ist es eine tägliche Auseinandersetzung mit meinem Konsum-Ich (Welches eindeutig vorhanden ist), wo ich mir immer wieder die Frage stelle: „Brauche ich das jetzt wirklich oder ist es einfach nur schön?“

Oft stehe ich regelrecht zwischen den Stühlen, denn seit Mitte 2018 interessiere ich mich sehr für Nachhaltigkeit und Minimalismus, wodurch ich das Hintergrundwissen zu Produktion, Handel und die Auswirkungen auf die Umwelt bekomme.

Davor aber habe ich bestimmt 1-2 Jahre einfach unüberlegt drauf los gekauft, ohne auf Qualität und Herkunftsland zu achten. Es ging mir größtenteils einfach ums bestellen und das Gefühl, etwas neues zu haben ( Darauf werde ich jetzt in diesem Beitrag nicht weiter eingehen, das würde einfach den Rahmen sprengen).

Und ich meine wie stolz ist man bitte, wenn man den scheinbaren „Schnapper des Lebens“ gemacht hat.

-Genau, sehr stolz.

Diese beiden Anteile von mir stehen sich dann gegenüber, in meinem Kopf und meinem Feed.

Mittlerweile bin ich von der Auswahl völlig überfordert und gerate oft unter Druck etwas kaufen- bzw. besitzen zu müssen. Fast täglich finde ich neue „Insta- shops“ und Blogger mit ähnlichen Produkten, die ich untereinander vergleiche. Seien es LookBooks, Kooperationen mit Rabattcode, Inspirationsbilder von schönen Wohnungen, Markierungen von Shops & Marken, vorgestellte Neuheiten, Trends die einem täglich auf jedem zweiten Bild begegnen oder Empfehlungen von Privatpersonen.

Swipe Up“ , Bio- links und die „Shoppable Posts“ bringen einen direkt zum Produkt und die Kasse einen Schritt näher, unüberlegte Einkäufe werden damit immer leichter.

Oft passiert es mir dann, dass ich auf mein Handy starre, nicht merke wie die Zeit vergeht und am Ende so gestresst bin, dass ich gar nichts kaufe. Die anfängliche Euphorie ist allmählich verflogen, und zurück bleibt das Gefühl Zeit verschwendet zuhaben. Wenigstens ist mein Geld noch da wo es vorher war, auch gut.

Wie soll MEIN Minimalismus aussehen?

Minimalismus ist momentan ein sehr präsentes Thema bei mir und ich stehe noch ziemlich am Anfang.

Immer wieder stoße ich auf die Frage „Wie minimalistisch möchte ich leben?“ oder „Wie soll mein minimalistisches Leben aussehen?“, doch so richtig eine Antwort habe ich noch nicht gefunden.

Wenn ich an Minimalismus denke, kommen mir direkt diese ganzen schönen, hellen Wohnungen mit Pflanzen und viel freier Fläche in den Sinn, oder eine tolle Küche, wo die Lebensmittel in beschrifteten Gläsern abgefüllt sind. Menschen die Yoga machen oder Meditieren und irgendwie mit sich im Reinen sind.

Aber genau das ist doch in gewisser Hinsicht auch nur Werbung, oder?

Was steckt hinter diesen Bildern?

Hier stehe ich momentan

Jetzt kommen wir aber auch mal zum Positiven! Ich merke schon deutlich Veränderungen durch den Minimalismus!

Ich kann die Dinge, die ich habe viel mehr Wertschätzen und spare eine Menge Geld.

Mein Plastikverbrauch hat sich enorm verringert und mein Bewusstsein für Nachhaltigkeit mindestens genauso sehr verbessert.

Schon jetzt habe ich mehr Platz in meiner Wohnung und das Gefühl, unnötigen Ballast abgeworfen zu haben.

Ich beschäftige mich nicht mehr so viel mit „Was tragen die anderen“ oder „Was ist IN“, sondern schaue mehr nach DIY´s und Möglichkeiten, auf Verpackungsmüll zu verzichten.


So, jetzt hast du einen kleinen Einblick in meinen aktuellen Stand der Dinge bekommen und natürlich interessieren mich deine Ansichten und Meinungen total!

Vielleicht hast du ja noch den einen oder anderen Tipp für mich oder magst mir erzählen, was Minimalismus für dich bedeutet!

Machs gut!

Lou

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