CwL#4 Über Slow living mit Lydia

CwL#4 Über Slow living mit Lydia

Heeeello!

Es ist mal wieder Zeit für einen Schnack mit lieben Menschen und da eignet sich „Coffee with Lou“ hervorragend, oder? Heute soll es um „slow living“ gehen. Wie das geht, was das überhaupt ist und Tipps und Tricks. Viel Spaß!

Heute sitzt die liebe Lydia (@lydiarhabarber ) mit am Tisch, das freut mich ganz besonders.

Wir wollen heute ein Bisschen über das Thema „Slow living“ sprechen, angelehnt an die „Slow living Challenge“ die letzten Monat auf meinem Instagram Account gelaufen ist. Wer es nicht mitbekommen hat: Ich habe zusammen mit euch 1 Monat lang slow living in den Alltag integriert.

Dazu gab es jeden Tag eine kleine Aufgabe, die dir dabei helfen sollte dein Leben langsamer und gelassener zu gestalten und den Fokus auf das Wesentliche zu legen.

Du kannst die Challenge jederzeit Starten, du findest ein Storyhighlight dazu auf meinem Instagram-Account (@veganmrslou).

Lydia, herzlich willkommen und danke das du dabei bist:)! Vielleicht stellst du dich einmal kurz vor:

Hej-Klar! mein Name ist Lydia & ich lebe in der schönsten Stadt der Welt: Marburg! Hier studiere & arbeite ich, esse gerne mal ein Zimtbrötchen oder erfreu mich an den Selbstpflückblumenfeldern. Nebenbei gebe ich liebend gerne Handletteringkurse & bin in irgendeiner Form kreativ unterwegs- häufig auch auf Instagram @lydiarhabarber

Ich habe das Gefühl, gerade in diesem Jahr sind die Worte „Slow living“ besonders präsent geworden und man findet unzählige Bilder unter dem Hashtag.

Ich habe das lange mit Mandalas ausmalen, Bücher lesen und so wenig Medien wie möglich assoziiert, aber das ist ja völliger Quatsch. Als ich mich mehr mit dem Thema beschäftigt habe ist mir erst der Sinn des Ganzen klar geworden und hat mir meine Vorurteile genommen.

In deiner Bio auf Instagram steht unter anderem auch „slow living“, was bedeutet das für dich?

Puh, ich muss ehrlich sagen, so slow ist mein Leben gar nicht. Wo du mich das jetzt fragst weiß ich gar nicht genau, wie ich slow living praktiziere. Einfach, dass ich im kleinen ganz viel Freude finde und das die Art, wie ich Lebe sehr entschleunigt ist. Aber das das ein Konzept ist, war mir gar nicht so bewusst:D.

Haha, aber eigentlich heißt das ja erstmal, dass dir slow living nicht besonders schwer fällt, bzw. du nicht mehr großartig drüber nachdenken musst sondern es einfach „praktizierst“ , wie du eben so schön gesagt hast.

Auf mich machst du auch einen total ruhigen und relaxten Eindruck . Das geht total auf mich über!:D

Haha, danke aber ansonsten bedeutet slow living für mich, im kleinen Freude zu finden und den Alltag so zu zelebrieren , dass man nicht immer auf Samstag, aufs Wochenende, auf den Urlaub, Weihnachten oder irgendwelche Ereignisse in der Zukunft hin fiebert, sondern einfach schon mit dem ollen Dienstag zufrieden ist, weil man den Kaffe aus der Lieblingstasse getrunken hat, oder dem Nachbarn zugewunken hat.

Das sind ja wirklich Kleinigkeiten, die ich z.b einfach aus Routine mache und gar nicht drüber nachdenke. Für mich hat es auch irgendwo was mit Dankbarkeit zu tun, diese Momente wertzuschätzen und überhaupt ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

Herzlichkeit war für mich auch ein Punkt, den ich immer mehr wahrgenommen habe. Ich glaube ich kann von mir behaupten, dass ich an sich schon ein sehr herzlicher Mensch bin. Ich grüße gerne die Leute auf der Straße und freue mich ungemein, wenn ich ein kleines lächeln zurück bekomme. Diese Momente sollten wir, gerade in der heutigen „Lieber-laufe-ich-gegen-ein-Straßenschild-als-einmal-von-meinem-Smartphone-aufzuschauen“ Gesellschaft, mehr schätzen.

Ja total! Durch Dankbarkeit wird alles viel schöner und auch kleine Momente ein bisschen größer und besonderer. Das man diese kleinen Momente genießt und auch Wahrnimmt. So das Wahrnehmen ist glaube ich der erste Schritt, das zelebrieren der Zweite. Das macht für mich so ein langsames Leben aus. Und Handlettering gehört für mich auch zu slow living! Ich habe schon immer gerne schön geschrieben.

Stimmt. Vielleicht fühlt es sich erstmal komisch an eine Tasse Kaffee zu feiern aber es ist halt echt nicht unbedingt selbstverständlich. Wie du vielleicht weißt, bin ich auf Instagram in der Nachhaltigkeitsszene unterwegs und wenn man erstmal weiß, was z.b für eine Tasse Kaffee alles an Ressourcen drauf geht, ist man automatisch irgendwie dankbarer.

Bewusst leben gehört für mich auch noch absolut zu slow living. Wenn man nicht einfach wahllos konsumiert, sondern sich die Zeit nimmt, Dinge und Produkte zu hinterfragen, ist man viel Achtsamer. Man verfällt nicht so leicht in den klassischen „Alltags- Trott“ weil man irgendwie positiver unterwegs ist.

Wie bekommst du slow living sonst noch in deinem Alltag unter?

Ich habe z.b oft den Moment, dass ich mich auf eine der vielen Bänke hier in der Stadt setze und mal gucke und die Menschen beobachte. Ich bin eine konsequente Fußgängerin und dann nehme ich mir manchmal zum Beispiel. extra Zeit und gehe einen Umweg der besonders schön ist. Oder ich schaue noch mal bei meiner Ex-Arbeit vorbei um mit meinen Ex- Arbeitskollegen zu quatschen.

Das kenne ich auch! Ich nehme mir manchmal einfach Zeit um z.b einen Vogel zu beobachten oder bei mir um die Ecke ist eine Kuhweide an der ich dann manchmal einfach stehe und mir einbilde, dass die Kühe verstehe was ich ihnen sage:D. Mir helfen Tiere total im Alltag runter zu kommen, eigentlich allgemein die Natur wenn man einfach mal die Ruhe genießen kann.

Ja, einfach innehalten und das Leben um sich herum beobachten ist so erholsam!

Ruhe aushalten zu können ist auch ein Punkt den ich zu slow living zähle. Ich glaube viele Menschen haben das irgendwie verlernt. Ständig muss der Fernseher, Musik, oder das Radio laufen, egal bei was.

Manchmal brauche ich aber auch irgendwas auf die Ohren, damit ich ein bisschen abtauchen kann. Meistens sind es dann Podcasts oder Hörbücher.

Mich entspannen und endschleunigen Hörbücher auch sehr, allerdings nur Geschichten, die ich bereits kenne – darum höre ich Herr der Ringe nun zum vierten Mal und kann dabei herrlich abschalten.

Haha über Herr der Ringe und Harry Potter hatten wir uns auch schon mal kurz unterhalten, sehr verschiedene Ansichten haben wir da:D Du magst Harry Potter nicht und ich habe noch nie Herr der Ringe geschaut, ok. Aber das ist ein anderes Thema:D

Gibt es noch etwas, was du mit slow living verbindest?

Mh, ja auch einfach mal der Kasse jemanden vorzulassen, nicht zu drängeln und der Kassiererin noch was Nettes zu wünschen. Das ist für mich irgendwie auch „langsam Leben“, andere Menschen sehen und wertschätzen.

Kann ich komplett nachvollziehen und hatte ich vorhin auch kurz angeschnitten. Wenn man nett zu jemand anderem ist, gibt einem das selbst auch ein total gutes Gefühl und ich freue mich in dem Fall über die Dankbarkeit vom anderen. Ich hatte letztens eine total schöne Situation. Draußen war es ziemlich warm, die Sonne hat geschiehn ́ und ich war eine Runde in der Natur unterwegs. Irgendwann bin ich einem Paar begegnet das nicht so gut Deutsch konnte und die Frau wurde von einem Schmetterling angeflogen und das hat sie total gefreut, und ihren Mann auch.

Jedenfalls kannten die nicht den genauen Begriff „Schmetterling“ und als sie mich gesehen haben, haben die beiden mich angelacht und ich habe gemerkt, dass sie wissen wollten, wie dieses fliegende, bunte Ding da in der Luft heißt.

Als ich ihnen dann deutlich „SCHMETTERLING“ gesagt habe, haben sie angefangen zu lachen und immer wieder Schmetterling gesagt.

Ich war total berührt, und das hält bis heute noch an :).

Manchmal reicht schon ein Wort um jemandem den Tag zu bereichern:)

Lydia, du hast aber sicherlich auch noch Situationen, in denen nicht immer alles so slow ist und du auch mal gestresst bist. Welche Situationen sind das?

Definitiv wenn ich in Eile bin oder mich verschludert habe, weil ich nicht so strukturiert bin, wie Ichs gerne wäre :D. Da kommt es auch schon mal vor, dass ich schneller wo sein muss, als ich dachte. Das würde ich gerne besser in den Griff kriegen.

Haha, ich glaube solche Momente braucht man aber auch… Wenn immer alles nur slow ist und man nie in Stress gerät, ist es ja nichts spürbares mehr wenn du verstehst was ich meine?

Klar!

Ich glaube mir fällt es schwer langsam zu machen, wenn ich To-Do Listen schreibe.. Dann will ich 5 MEGA Punkte an einem Tag erledigen, obwohl mir eigentlich klar sein müsste, dass das nichts für 1 Tag alleine ist. Und am Ende des Tages fühlt es sich dann so an als hätte ich nichts zu Ende gebracht. Doof:D

Ja das kenne ich! Meine To Do Listen sind teilweise ellenlang, weil ich mir ALLES notieren muss – siehe oben: Problem Vergesslichkeit, hihi. Ich schreibe mir aber auch Dinge wie duschen, Post reinholen etc auf weil ich dann direkt etwas abhaken kann – juhu!

Und was bei mir auch schonmal zum Problem wir sind Internet Zeit und Nachrichten beantworten. Ich kann es nicht aushalten, ungelesene Nachrichten zu haben. Ich muss sie immer lesen, gar nicht unbedingt Antworten.

Oh Nachrichten ignorieren kann ich gut:D

Ich komme aber da auch in Stress, gerade auf Instagram weil die andere Person sieht, wenn ich eine Nachricht gesehen habe. Ich habe da irgendwie ein Verpflichtungsgefühl.

Verstehe. Ich glaube mich stören ungelesene Nachrichten nicht so sehr wie dich aber nach einer Zeit komme ich mir auch unhöflich wenn ich nicht Antworte, auch wenn ich die Person gar nicht kenne.

Manchmal ist es bei mir schon wie ein Automatismus die Nachrichten anzuklicken, obwohl ich in dem Moment eigentlich gar keine Lust oder Interesse habe.

Musst du eigentlich noch viel drüber nachdenken slow living in deinen Alltag zu integrieren oder hat sich das schon verselbstständigt?

Durch die Art wie ich mich Fortbewege, nämlich zu Fuß, ist es automatisch schon irgendwie entschleunigt. Man bekommt viel mehr mit und ist allgemein achtsamer.

Ich kenne es aber auch, das ich in Stress gerate wenn ich zu Fuß gehe, einfach weil ich länger brauche als mit dem Rad oder so.

Ja, aber in der Stadt von mir ist viel Sehenswertes, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

Zum Beispiel sehe ich immer eine Janosch Ente auf einem Stromkasten wenn ich von der Arbeit komme. Überall in der Stadt sind Trinkbrunnen und dann nehme ich manchmal meine Flasche mit und fülle sie dort auf.

Natürlich kann man auch langsam leben, wenn man schnellen Schrittes unterwegs ist :).

Haha, das hast du schön gesagt und da gebe ich dir auch vollkommen recht. Ich glaube es gibt kaum etwas nervigeres als überfüllte Straßenbahnen, unpünktliche Züge oder volle Straßen. Da spart man sich auf dem Fußweg oder eben mit dem Rad einiges an Nerven und für mich als Öko-Trulla ist der Umweltaspekt natürlich noch von Bedeutung :p.

Wo gerade das Wort „Öko“ fällt… Für mich zählt Minimalismus und Nachhaltigkeit auch noch zu slow living. Einfach mal „back to the roots“, sich Zeit nehmen auf die Umwelt zu achten, mit dem zufrieden sein was man hat und nicht immer nach dem neustem & größtem, besten gieren.

Wie siehst du das?

Genauso, langsam & bedacht leben ohne Rücksicht auf die Umwelt ist meiner Meinung nach nicht möglich.

Ja da ist was dran. Ich überlege gerade wie man unbedacht slow living betreiben kann… Das wäre dann wahrscheinlich Faulheit:D

Kann es denn auch ein „Too much“ beim slow living geben?

Puh, ein too much… Naja wenn völlig ineffizient ist bringt einem das Ganze ja auch nichts mehr. Ich glaube man muss eine gute Balance finden.

Absolut! Oft ist man ja auch produktiver wenn mann Schritt für Schritt und eben Bedacht handelt anstatt völlig gestresst zum Beispiel irgendwas in den PC brettert und den Gedanken gar keinen Raum lässt.

Genau.

Absolut! Oft ist man ja auch produktiver wenn mann Schritt für Schritt und eben Bedacht handelt anstatt völlig gestresst zum Beispiel irgendwas in den PC brettert und den Gedanken gar keinen Raum lässt.

Genau.

Du bist ja auf Instagram ziemlich Aktiv und hast schon einige Follower für deinen Content begeistern können. Mich übrigens auch hihi.

Denkst du das Social media „Slow living“ behindern kann?

Danke:)

Ja schon. Wenn man zu viel in die Leben anderer Menschen investiert und nicht mit dem eigenen Leben froh wird weil alle alles viel toller haben.

Ich persönlich bin manchmal auch von Instagram, oder besser allgemein von meinem Smartphone genervt oder werde ganz unruhig. Manchmal überfordert mich auch einfach die ganze Werbung, die mir angezeigt wird. Das sind häufig schöne Sachen, keine Frage aber sich ständig damit auseinander zu setzen „brauche ich das?“/„möchte ich das kaufen“ geht an mir nicht ganz spurlos vorbei.

Und wie du schon sagtest, das ständige vergleichen kann einen wirklich unglücklich machen. Seien es die Reisen, die man selbst nicht machen kann, die Deko und Einrichtung, die man gerne selbst so haben würde, den Kleidungsstil den man toll findet… Es passiert auf so vielen Ebenen. An dem Punkt denke ich ganz klar, das dass einen vom Gefühl von „slow living“ abhalten kann.

Hast du den denn zum Abschluss noch ein paar Tipps wie man Slow living Leben kann?

Also es hört sich vielleicht erstmal komisch an, aber Aufschreiben! Aufschreiben wofür man Dankbar ist, das hilf am Anfang ungemein! Außerdem sollte man seinen Alltag lieben. Das Leben besteht aus Alltag und den solltest du so gestalten, das du ihn liebst.

Der letzte Satz gefällt mir gut!:)

Mein Tipp ist noch, sich immer wieder die zwei Worte „Slow living“ ins Gedächtnis zu rufen. Das lässt einen kurz inne halten und man kann sich dann selbst daran erinnern mal langsam zu machen.

Ja soviel dazu! Ich würde sagen, wir machen hier einen Punkt.

Lydia, vielen vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast.

Danke das ich dabei sein durfte!:)

Bis bald!

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