Was ich nicht mehr kaufe, seit ich mich Ökotante nenne- Nachhaltigkeit

Was ich nicht mehr kaufe, seit ich mich Ökotante nenne- Nachhaltigkeit

-Und was eben doch noch.

Ich möchte euch zeigen was für nachhaltige Alternativen zu Plastikprodukten- bzw. zu in Plastik verpackten Produkten ich für mich gefunden habe, und aber auch was ich noch bewusst konsumiere, obwohl es nicht die nachhaltigste Variante ist.


Ab wann ist man eigentlich eine Öko-Tante? Gibt es da ein Maß?

Ich denke nicht. Öko-Tante ist man im Herzen!

Die Prise Humor ist der Schlüssel

Wenn ich jemandem von meinem Lebensstil erzähle, vielleicht auch jemandem der mit dem Thema Nachhaltigkeit oder Veganismus gar nichts am Hut hat, sage ich immer: Ey, ich bin richtiger Hardcore Öko, so richtig mit Brotbacken und so“.

Das ich meinen Reiniger selbst herstelle, mein Outfit zu 99% eigentlich immer mindestens 1 Secondhand Teil enthält und ich manchmal Müll sammle, lasse ich dann gerne erstmal weg. Man will ja das Gegenüber nicht direkt mit dem 3 Satz vergraulen:D.

Oft denkt der Andere das ich sie auf den Arm nehme, denn ich möchte behaupten das man mir nicht direkt Ansieht, dass ich im Herzen eine Öko-Tante bin.

Ich lege einer solchen Unterhaltungen immer eine gute Portion Humor bei und nehme mich nicht selbst zu ernst, deshalb auch die Wortwahl. Aber mein oberstes Gebot: Ich kritisiere das Gegenüber nicht für sein vielleicht nicht ganz so nachhaltiges Verhalten!

Kurzer disclaimer:

Ich möchte mich hier nicht präsentieren a lá „Schau mal wie nachhaltig ich lebe, und du so?“

Sicherlich habe ich noch etliche Dinge vergessen, die in meinem Alltag noch nicht perfekt nachhaltig sind, dabei sollte „perfekt“ auch nicht das Ziel sein. Auch ich kann noch einiges Umstellen, aber wie bekommt man immer wieder so schön gesagt?: Es ist ein Prozess, ein Prozess braucht Zeit und der Weg ist das Ziel.

Und das stimmt zu 100%!

Es geht mir in diesem Post um Beispiele, Anregungen und Tipps. Und vielleicht habt ihr ja auch noch Ideen für mich, wie ich auch meine kleinen Plastiksünden weiter eindämmen kann!

Also legen wir los:

Nachhaltige Alternativen Küche

Alu-und Frischhaltefolie ersetze ich durch ein Sojawachstuch

Ein Wachstuch kannst du genau wie Folien verwenden, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass du sie immer wiederverwenden kannst.

Sie sind leicht zu reinigen und meist von Natur aus antibakteriell.

Dadurch, dass ich mich nicht nur vegan ernähre, sondern auch vegan leben möchte, benutze ich kein Bienenwachstuch sondern ein Baumwolltuch mit einem Wachsüberzug aus Soja. Es gibt auch noch andere Varianten aus beispielsweise Rapswachs.

Kann man übrigens auch ganz easy selbst machen, schau mal hier:

Spülmittel aus der Plastikflasche ersetze ich selbsthergestelltes Spülmittel:

Spülmittel selbst herzustellen ist nicht schwer, billiger und ebenso wirksam wie die Variante in der Plastikflasche. Ein Rezept findest du in meinem Blogpost „Zero-waste basic Rezepte“.

Wenn ich mal kein Spülmittel mehr parat habe, benutze ich einfach Kernseife, die ich in meiner Hand unter fließendem Wasser reibe.

Küchenrolle ersetze ich durch Lappen und Geschirrtuch:

Eigentlich ist Küchenrolle total unnötig, denn was hat es denn für eine andere Aufgabe als Flüssigkeiten aufzuwischen oder Abfälle beim Kochen zu sammeln.

Benutz einfach einen Wischlappen und wisch mit einem Geschirrtuch nach, fertig ist die Kiste.

Abfälle kannst du auch in einer kleinen Schüssel sammeln.

Kaffeefilter/Pads/Kapseln ersetze ich durch eine Zero-waste Kanne:

Ich liebe meine French press und auch meinen Pour-over! Beides sind tolle Alternativen zu einer teuren Kaffeemaschine und der einzige Müll der dabei übrig bleibt ist der Kaffeesatz, den du nachher auf dem Kompost oder der Biotonne entsorgen kannst.

Ja, auch Kaffeefilter können auf den Kompost aber es sollte nicht immer nur um den Verbrauch von Plastik gehen, sondern allgemein um Ressourcen die man sparen kann. Auch ein Kaffeefilter muss produziert werden und von A über B nach C oder D gekarrt werden.

( Außerdem schmeckt selbst aufgebrühter Kaffee 10x besser 😛 )

Aber natürlich musst du jetzt nicht deine Filtermaschine wegwerfen, das wäre an der Nachhaltigkeit vorbei! Ersetze deine Einwegfilter das nächste mal einfach durch eine wiederverwendbare Alternative.

Gekauften Allzweckreiniger ersetze ich durch einen selbst angesetzten Citrusreiniger:

Wenn man mal davon absieht, dass Putzmittelchen in mindestens 90% der Fälle in einer Plastikflasche verkauft werden, haben diese Chemiekeulen auch einen großen Einfluss auf Umwelt und unsere Gesundheit.

Die ganzen Schadstoffe werden entweder nach dem Gebrauch ins Abwasser gespült und gelangen so in die Umwelt oder sie werden von der Haut aufgenommen und werden im Körper gespeichert.

Keine schöne Vorstellung oder?

Deshalb sammle ich in regelmäßigen Abständen die Schale von Zitronen oder Orangen und setzte sie mit Essig an. Die Mische bleibt dann ca. 4-5 Wochen stehen und tadaa! Der Reiniger ist einsatzbreit! Ein genaues Rezept findest du in meinen Zero-waste basic Rezepten!

Fertiggerichte aus der Dose o.ä ersetze ich durch frisch zubereitete Lebensmittel:

Früher habe ich gerne mal ab und zu Fertiggerichte gegessen, heute finde ich es 1) nicht mehr wirklich lecker, 2) Koche ich gerne selbst, 3) möchte ich frische Zutaten und Vitamine haben, 4) Spare mir die Verpackung und 5) sind mir Fertiggerichte oft zu teuer.

Was ich allerdings manchmal Zuhause habe, sind Gerichte wie die Gläser von LittleLunch. Die Suppen und Eintöpfe sind in Bio-Qualität, werden in Gläsern verkauft und sind eine vollwertige Mahlzeit.

Also wie ihr seht muss man für sich selbst entscheiden, was für einen selbst ok ist und was nicht.

Ein weiterer Tipp: Essen vorkochen und in Portionen einfrieren oder für 2-3 Tage vorkochen und im Kühlschrank lagern!

Pflanzenmilch aus dem Tetrapack ersetze ich durch Homemade Pflanzenmilch:

Ich versuche wirklich so oft wie nur möglich Pflanzenmilch selber zu machen. Meistens greife ich auf Hafermilch zurück, denn die geht besonders schnell, braucht keine einweich Zeit und wird super cremig. Außerdem sind Haferlocken, im Gegensatz zu z.b Mandeln, in Papier verpackt und man bekommt so eine Zero-waste oatmilk.

Tatsächlich habe ich vor ein paar Wochen bewusst einen Tetrapack Pflanzenmilch gekauft, weil ich bei der lieben Ina (@frauforst) ein tolles DIY aus einem Tetrapack gesehen habe:)! Vielleicht hast du ja Lust es nachzumachen? 😉

Tierische Produkte ersetze ich durch vegane Alternativen:

Surprise, surprise.

Nein Spaß bei Seite, wer noch nicht mitbekommen hat das es auf NOTANIMEALS um Veganismus geht, der weiß es spätestens jetzt.

Gekauftes Brot ersetze ich durch mein selbst gebackenes Brot:

Haha, wie oben schon mal erwähnt: Ich bin richtiger hardcore Öko, mit Brot backen und so.

Yes, that’s me! Und ich liebe es.

Es gibt für mich kaum was größeres als meine kleine Wohnung, die sich langsam mit dem Duft von frisch gebackenem Brot füllt.

Natürlich gibt es auch tolle Bio-Bäcker und auch die Bäcker in Supermärkten machen einen tollen Job aber mir persönlich macht der Prozess vom Backen einfach spaß:).

Ich benutze immer eine Form von Backfix, einem Zero-waste unternehmen welches nachhaltige Backutensilien herstellt! Mit dem Code „veganlou10“ bekommt ihr 10% auf eure Bestellung;)

Avocados habe ich so ziemlich von meiner Speisekarte gestrichen

Und mit so ziemlich meine ich, dass es bei mir vielleicht alle 2-3 Monate mal 1 gute Avocado aus dem Bio Markt gibt.

Avocados haben einen enorm hohen Wasserverbrauch und schneiden somit in der Bilanz nicht ganz so gut ab. Außerdem kommen sie von weit her geflogen oder geschippert, was einen großen CO2 Ausstoß mit sich bringt.

Softdrinks werden bei mir durch gepimptes Wasser oder kalten Tee ersetzt:

Softdrinks sind voller Zucker, meistens in einer Plastikflasche und stillen nicht wirklich den Durst.

Du kannst einfach Obst wie zb. gefrorene Beeren oder Zitrone in dein Wasser geben, mega lecker!

Oder du kochst Tee, süßt ihn und lässt ihn kalt werden.

Nachhaltige Alternativen Badezimmer

Anstelle von Shampoo aus der Flasche nehme ich festes Shampoo

Wenn du auch gerne auf festes Shampoo umsteigen möchtest, dann solltest du etwas Geduld mitbringen. Häufig sind die Haare nach der ersten Wäsche fettig oder fetten schneller nach, als du es vielleicht kennst.

Wichtig ist, dass du das Shampoo auf der gesamten Kopfhaut einmassierst und gründlich ausspülst. Außerdem brauchst es oft mindestens 3-4 Wäschen bis sich das Haar an das feste Shampoo gewöhnt. Also nicht gleich nach der ersten Wäsche aufgeben:)

Anstatt Trockenshampoo benutze ich eine eigene Mischung

Stärke, Kakao, Natron. Fertig ist die Kiste!

Plastikzahnbürste wird durch Bambuszahnbürste abgelöst

Gleiche Pflege, angenehmes Gefühl im Mund, besser für die Umwelt!

Duschgel ersetze ich durch ein Stück Seife+Seifensäckchen

Im Seifensäckchen kannst du die Seife toll aufschäumen und über den Körper fahren. So hast du gleich auch noch einen Peeling- Effekt;)

Auch anstelle von Flüssigseife kommt ein Seifenstück zum Einsatz

-Der Einwegrasierer wird durch einen Rasierhobel ersetzt

Eines meiner liebsten nachhaltigen Alternativen im Badezimmer! Der Rasierhobel ist aus Edelstahl und ausgewechselt werden muss lediglich alle paar Monate die Rasierklinge. Überleg mal wie viel Geld man damit spart!

Spülmittel, Weichspüler und Waschmittel

Wird auch selbst hergestellt;)

Herkömmliche Kosmetik ersetze ich durch Naturkosmetik

Ich möchte keine Hormonhaushalt verändernden Cremes auf meine Haut auftragen. Nicht, wenn es so viele wundervolle Alternativen gibt.

Anderes

Nachhaltigkeit

Leder

Ich möchte kein Leder kaufen, zumindest nicht neu denn ich möchte diese Industrie nicht unterstützen. Second Hand ist es noch mal was anderes. Da bin ich auch nicht scharf drauf unbedingt Lederschuhe kaufen zu wollen aber wenn dann doch mal ein schönes Paar dabei ist, kaufe ich es doch.

Fast Fashion gegen Fair Fashion und Second Hand

Die Fast Fashion Industrie ist schmutzig und verstößt gegen sämtliche Menschenwürde. Das möchte ich nicht unterstützen und deshalb kaufe ich meine Kleidung zu 90% Fair oder Second Hand.

Kerzen mit Bienenwachs ersetze ich durch vegane Kerzen

Für Notizzettel verwende ich Altpapier

Gerade bei Einseitig bedruckten Briefen oder Rechnungen geht das besonders gut!

Und was ich eben doch noch Kaufe:

Ja, auch ich kaufe Produkte die in Plastik verpackt sind. Und ja, ich könnte drauf verzichten –will ich aber nicht.

Und nein, das ist nicht egoistisch, es ist menschlich.

Eigentlich finde ich den Begriff „Zero waste“ doof.

Dieses „Zero“ bei Zero waste ist irreführend, denn „Zero“ werden wir nie erreichen. Es geht doch viel mehr um den minimalen und bewussten Konsum von Produkten und Verpackung, und um die Wertschätzung und Dankbarkeit. Ich habe mich bewusst entschieden die gleich folgenden Produkte zu konsumieren aber trotzdem ist mir der damit verbundene Müll jedes mal, wenn ich sie in der Hand habe, bewusst.

Das führt dazu, dass die Produkte in Maßen und nicht in Massen auf der Einkaufsliste stehen.

Produkte, auf die ich nicht verzichten möchte:

  • Sojajoghurt
  • Tofu
  • Veganen Schnittkäse
  • Soja-cuisine
  • Verpacktes Gemüse

Einige Salatsorten wie z.b Rucola, Feldsalat oder auch Spinat bekomme ich oft nicht unverpackt. Pilze und Brokkoli sind auch meist schwierig.

  • Tk Obst
  • Konserven für z.b Bohnen
  • Schokolade, Schokoreiswaffeln, Cracker
  • Proteinriegel, Proteinpulver
  • Conditioner
  • Bodylotion
  • Auto

Ich selbst habe kein eigenes Auto aber ich bin sehr dankbar wenn mich jemand mitnimmt und ich meinen Wocheneinkauf nicht zu Fuß oder mit dem Rad transportieren muss.


Ich hoffe ihr konntet etwas aus diesem Post mitnehmen und vielleicht die ein oder andere Idee bekommen, wie ihr einen Schritt weiter gehen könnt und nachhaltige Alternativen in den Alltag integrieren könnt.

Ebenso hoffe ich, gerade mit dem letzten Teil, euch den Druck nehmen- und noch mal einen Denkanstoß geben zu können um euch zu zeigen, worauf es meiner Meinung nach bei „Zero waste“ wirklich ankommt!

Alles Liebe,

Lou

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