Stopfleber- Die Qual zum Fest der Liebe

Stopfleber- Die Qual zum Fest der Liebe

Weihnachten steht vor der Tür, also wird das Nudeln oder Stopfen von Gänsen und Enten auch in so mancher Munde sein. Grund: Die Delikatesse Stopfleber oder auch Foie Gras. Hintergründer zu dieser Tierquälerei findest du hier.

Ich muss sagen, Beiträge in dieser Art sind nicht ganz leicht für mich. Mir die Details genau anzuschauen, zu recherchieren und bewusst sich mit Tierleid auseinander zu setzten fällt mir ziemlich schwer und oft bin ich danach so sprachlos, dass mein Bildschirm eine ganze Zeit weiß bleibt, weil ich keine Worte finden kann. Aber gerade weil mir diese Themen so nahe gehen, möchte ich darüber schreiben.

Stopfleber

Eine Form der Geflügelmast ist das Stopfen der Tiere, bzw. das Nudeln. Dabei wird den circa 8-10 Wochen alten Enten und Gänsen ein 30 cm langes Metallrohr in den Schnabel eingeführt, welches über die Speiserohre und Kropf in den Magen gelangt. Weibliche Küken werden direkt aussortiert und geschreddert, da die Erpel eine größere Leber ausbilden können.

Wozu macht man sowas?

Gerade zur Weihnachtszeit steht bei Feinschmeckern gerne mal Gänsestopfleber auf der Speisekarte. Durch das Zwangsernähren der Enten und Gänse und die damit unnatürlich große Futterzufuhr entsteht eine extreme Verfettung und Vergrößerung der Leber. 1-2kg kann so eine Stopfleber wiegen, normalerweise erreicht sie ein Gewicht von gerade einmal 300g.

Auch wird das Fleisch der gestopften Tiere verkauft. Als Brustfleisch, Keule, Schenkel und Flügel.

Wie geschieht es?

In den letzten 14 Lebenstagen (längere Mast würde mehr tote Tiere bedeuten) der Enten und Gänse wird ihnen 3-4x am Tag Futter per Zwangsernährung zugeführt. Dazu werden sie aus ihrem kleinen Käfig, den sie zu hunderten ausfüllen, durch eine Schleuse in einen engen Raum getrieben und dort festgehalten. Ihnen wird bei vollem Bewusstsein die Metallröhre eingeführt und ca. 800-1000g Nahrung, bestehend aus 95% Mais und 5% Schweineschmalz, direkt in den Magen gepresst. Der Vorgang selbst dauert nur wenige Sekunden.

Um es zu verdeutlichen: Umgerechnet wären das 12 kg Polenta, die ein Mensch auf einmal in sich hinein gepumpt bekommt.

Ist der Druck zu hoch ist, kommt es zum Reißen von Speiseröhre, Kropf oder Magen woraufhin das Tier stirbt. Ca. 2-4% der Tiere verenden noch während des Vorgangs, unter unvorstellbaren Qualen. Auch nach der eigentlichen Stopfung ist das Leid der Nutztiere enorm. Durch den überdehnten Magen werden andere Organe verdrängt, sie haben mit einem anhaltenden Würgreflex zu kämpfen, äußere Verletzungen durch das enge zusammenleben mit Artgenossen und durch Widerstand und flache/behinderte Atmung, da der Magen auf die Lunge drückt und und und… Die Liste ist lang.

Wo wird diese Mastform betrieben?

Heute fast ausschließlich in Frankreich, jedoch sind weitere Produktionsländer Ungarn, Kanada und Bulgarien. Früher war das Stopfen auch in anderen Regionen verbreitet, in Deutschland beispielsweise in Baden und in der Pfalz.Die EU ist für 95% der globalen Produktion verantwortlich (stand 2016).

Wie siehts mit dem Tierschutz aus?

In Italien seit 2004 und seit 2015 in vielen weiteren Regionen, wird das Stopfen von Gänsen und Enten als Tierquälerei angesehen und ist laut Tierschutzgesetz verboten. Insgesamt haben 14 EU Länder dieses Verbot erhalten.Der Import und Verkauf sind jedoch in der EU weiterhin zugelassen.

Jedoch gibt es eine Ausnahme und die nennt sich Frankreich. Dort wird die Foie Gras als national und gastronomisches Kulturerbe angesehen und ist daher von den Tierschutzgesetzen ausgenommen.

Auch die menschliche Gesundheit leidet

Medizinisch gesehen dürfte Stopfleber gar nicht angeboten werden, denn es erfüllt schlicht und einfach nicht die Hygienevorschriften. Zahlreiche Anzeigen wurden seitens der Staatsanwaltschaft erstattet. 2008 bekannt gegeben, dass in einer französischen Entenstopfleber ein Lebensmittelvergiftung auslösendes Bakterium gefunden wurde. Durch die unhygienischen Zustände in den Ställen besteht absolute Salmonellen Gefahr!Außerdem ist der hohe Fettgehalt der Foie Gras alles andere als gut für die Gesundheit des Verbrauchers.

Und da wäre noch ein weiteres Problem:

Einige Menschen möchten keine Stopfleber essen, finden es schrecklich oder wollen es nicht unterstützen. In dem sie aber Fleisch kaufen tun sie es automatisch, denn wie oben schon erwähnt, wird das Fleisch der Stopfgans oder Ente auch weiterverkauft und da ist nicht auszumachen ob dieses nun von einer Stopfgans kommt oder nicht. Also wird die Industrie automatisch und unwissentlich unterstützt.Dazu gibt es aber schon eine Forderung von Tierschutzorganisation zur klaren Deklarierung.


Quellen:

Wikipedia

pro iure animalis

peta

freiheit-fuer-tiere

tierwelt.ch

wikipedia
bild.de

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